AIDS-Seelsorge Hamburg

Gemeinsam gegen das Vergessen – Stolpersteine für homosexuelle NS-Opfer

So lautet eine Initiative von Ulf Bollmann (Hamburger Staatsarchiv) und Bernhard Rosenkranz, einer der Autoren des Buches "Hamburg auf anderen Wegen  – Die Geschichte des schwulen Lebens in der Hansestadt". Es sollen die Homosexuellen, die in Hamburg während der NS-Zeit ermordet wurden, ihre Namen symbolisch zurückerhalten. Dafür verlegt der Kölner Künstler Gunter Demnig sogenannte Stolpersteine.Stolpersteinverlegung von G. Demnig

Demnig über seine Arbeit: „Es ist ein Denkmal von unten. Es wird von der Bevölkerung geschaffen. Für mich ist es ganz wichtig, dass die Namen zurück-gebracht werden, dorthin, wo diese Menschen ihr Zuhause hatten. Im KZ waren sie lediglich eine Nummer, die im Unterarm eintätowiert war.“

Die Schirmherrschaft über die Hamburger Stolpersteine für alle Verfolgtengruppen hat Bischöfin Maria Jepsen übernommen.

Geschichte:
Ca. 54.000 Homosexuelle sind in der NS-Zeit verhaftet, verurteilt und in Konzentrationslagern ermordet worden. Kaum jemand weiß, dass in Hamburg die Hälfte aller Verurteilten durch Denunziationen aus der Bevölkerung in die Fänge des NS-Regimes geriet. „Auch die Toten brauchen jemanden, der sich um sie kümmert und an sie erinnert. Gerade uns Schwulen fehlt häufig der Blick auf die Geschichte. Deshalb bin ich Pate geworden“, so der Schauspieler Gustav Peter Wöhler. Bisher wurden in Hamburg mehr als 1.000 Stolpersteine verlegt, davon erst 11 Steine für Homosexuelle. Gegen eine Einmalzahlung von 95 Euro kann jeder Einzelne oder als Gruppe mit Kollegen, Nachbarn und Freunden eine Patenschaft für ein NS-Opfer übernehmen.

Ausführliche Informationen sind auf der Website www.hamburg-auf-anderen-wegen.de/stolpersteine einzusehen.

Interessenten können sich auch direkt mit Ulf Bollmann per E-Mail (ulf.bollmann@gmx.de) in Verbindung setzen.

Powered By Website Baker