AIDS-Seelsorge Hamburg

Stolperstein für Cäsar Meyer

Aus der Presse-Einladung zur Einweihung des Stolpersteins für den Homosexuellen Cäsar Meyer:

Am 1. September 2006, 16 Uhr, wird vor dem Wohnhaus in der Schmilinskystraße 25, der Gedenkstein für Cäsar Meyer offiziell enthüllt.

Zu der Feier ist die Hamburger Kultursenatorin Karin von Welck eingeladen. Dieser Stolperstein ist einer von insgesamt 7  Steinen, die in den nächsten Wochen, aus dem Erlös der Kollekte vom Gedenkgottesdienst am 28. Mai 2006 in der Dreieinig-keitskirche St. Georg, in Hamburg verlegt werden. Für die Kirchengemeide werden die Pastoren Detlev Gause und Gunter Marwege anwesend sein.

Bei der Feier wird auch an alle bisher aus St. Georg recher-chierten homosexuellen NS-Opfer gedacht. Außer Cäsar Meyer gehören dazu Friedrich Bohn (Brennerstraße 54), Herbert Krohn (Kreuzweg 21) und Heinrich Roth (Steindamm 91/97).

Cäsar Meyer steht exemplarisch für viele homosexuelle NS-Opfer, deren Strafjustizakten noch bis in die 90er-Jahre vernichtet wurden. Dadurch sind nur noch einige Basisdaten erhalten geblieben. Er wurde am 16.10.1902 in Hamburg geboren und arbeitete als kaufmännischer Angestellter. 1945 drohte ihm ein Verfahren wegen fortgesetzten Vergehens gegen § 175. Am 26. Januar 1945 wurde er im Untersuchungsgefängnis Holstenglacis inhaftiert. Zwei Tage später wurde er für „aussenarbeitsfähig“ beurteilt. Am 31. Januar erfolgte seine Verlegung wegen einer Brustfellentzündung (Pleuritis) ins Zentrallazarett. Dort verstarb er am 1. Februar 1945. Als Todesursache wurde Pneumonie und Herzschwäche diagnostiziert. Cäsar Meyer hinterließ seine Ehefrau Anni, geb. Lüdtke, und zwei Kinder.

Weitere NS-Opfer, deren Stein aus der Kirchenkollekte finanziert werden, sind das Ehepaar Berta (1881-1937) und Gotthold Lange (1883-1937) und deren Sohn Hans Lange (1918-1944). Als Hans Lange wegen seiner Homosexualität verhaftet wurde, haben sich seine Eltern das Leben genommen. Zudem gehören dazu Günther Brackemeier (1914-1945), Otto Jaeger (1907-1945) und Richard Manthe (1885-1942).

Seit Gründung der Initiative „Gemeinsam gegen das Vergessen – Stolpersteine für homosexuelle NS-Opfer“ im März dieses Jahres haben Bernhard Rosenkranz und Ulf Bollmann für 105 NS-Opfer Paten gefunden, die bereit waren mit jeweils 95 Euro einen Stolperstein zu finanzieren. Das ist ein Gesamtbetrag von rund 10.000 Euro, die gegen das Vergessen der homosexuellen NS-Opfer in Hamburg aufgebracht wurde. Der Spendenkreis besteht aus zahlreichen Einzelpersonen, aber auch aus Patengemein-schaften wie die Mitarbeitergruppe der Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek, der Schwulengruppen Südgays und Gaycops, den Geburtstagsgästen des Buchladens Männerschwarm, mehrere Lebenspartnerschaften, Teilnehmer von Stadtrundgängen und der Tuntentrash-Gruppe Schwarzwaldmädels.

Für weitere Informationen:
Initiative „Gemeinsam gegen das Vergessen – Stolpersteine für homosexuelle NS-Opfer“: Bernhard Rosenkranz, Tel.: 040 - 247 600, (bernhardhh@gmx.de)
oder Ulf Bollmann, Te.: 040 - 42831-3137
www.hamburg-auf-anderen-wegen.de/stolpersteine

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